Auf einmal ist der letzte Abend angebrochen und es heisst Abschied nehmen von Regen, Kälte, Pünktlichkeit, Schweinebraten und natürlich meinen lieben Freunden und nachdem man aus seinen Fehlern meistens doch nicht lernt, hieß es mit nur 2 Stunden Schlaf in den Flieger steigen. Zum Glück waren beide Flüge fast leer und ich konnte es mir mit 4 Kissen und 3 Decken gemütlich machen.
Dann tauchten die in den ersten Sonnenstrahlen des Morgens glitzernden Reisfelder auf und am Horizont mein geliebtes Bangkok. Naja auf die Hitze und Schwüle hätte ich mit meinen 30kg Gepäck auch gut und gerne verzichten können, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert. Natürlich musste ich gleich den neuen Skytrain vom Flughafen in die Stadt austesten - Testergebnis: sehr empfehlenswert - schnell, günstig und garantiert ohne Stau. Die vier Tage in Bangkok gingen wie immer viel zu schnell vorbei - Essen gehen mit meinem Chef, Geburtstagsparty, Moonbar, Dim Sum essen, noch mehr Bier trinken und zwischendrin sightseeing - jetzt hab ich dann wirklich bald jeden der 400 Tempel in Bangkok gesehen ;-) Ansonsten ist Bangkok trotz immer noch andauerndem Notstand und gelegentlicher Bombenanschläge nach 3 Monaten wieder zum Alltag zurückgekehrt. Die Stadt ist sauberer denn je - wurde ja auch von 4000 Freiwilligen geschrubbt - angeblich aber vor allem Jugendliche die so schnell wie möglich ihre Shopping Malls zurück haben wollten. Ansonsten sind die Einschusslöcher übermalt - da könnte sich Eberswalde mal ein Beispiel dran nehmen und es wird wieder fleissig an den Garküchen gebruzelt.
Dann gings mit dem Nachtzug 12 Stunden Richtung laoticher Grenze - zum Glück sind die Schlafwagen in Thailand wirklich bequem und man bekommt sogar Abendessen und Frühstück wenn man möchte. Jetzt wars nur noch eine kurze Zugfahrt über den Mekong in die laotische Hauptstadt Vientiane. Zwar schimpft sich Vientiane Hauptstadt, aber es ähnelt eher einem verschlafenen Provinznest und man hat die ganze Stadt locker in einem Tag besichtigt. Dafür hatte ich den Luxus eines niegelnagel neuen Hotels mit kostenlosem WiFi - super endlich nach Tagen wieder richtigen Internetzugang. Am nächsten Tag stand mir dann die schlimmste Etappe meiner Anreise bevor - 10 Stunden durch die laotische Bergwelt auf einem Highway, der eher einer entlegenen Landstrasse ähnelt. Dieses Mal hatte ich aber das Glück mit einem fast echten VIP Bus zu fahren - naja das mit der Klimaanlage üben wir nochmal, wir wären fast geschmolzen. Ansonsten mussten wir bei dieser Fahrt nicht ständig um unser Leben fürchten wie bei der letzten. Bis auf einen Fast-Crash mit einem LKW und ein paar Erdrutschen konnten wir dieses Mal die Fahrt genießen. Ich hatte in Vientiane eine Schwedin kennengelernt und wir haben uns zufällig im Bus nach Luang Prabang wieder getroffen. Zwar sind wir nicht wie vorhergesagt um 16.30, sondern erst kurz nach 18 Uhr angekommen, aber dafür heil. Nachdem mich dann mein neuer Mitbewohner abgeholt hab, durfte ich zum ersten mal meine neue Luxusbleibe sehen - wir haben ein erst 4 Jahre altes Haus mit großem Wohnzimmer, Fernsehen (sogar english und Deutsche Welle) drei Zimmern mit jeweils eigenem Bad, grosse Küche, Waschmaschine und nochmal nem Outdoor-Badezimmer,.... das ist schon fast dekadent in einem der ärmsten Länder der Welt in so einem Luxus mit Putzfrau,.... zu wohnen. Aber gut, ich sag nicht nein ;-)
Ansonsten hab ich mich schon ganz gut eingelebt, es wohnt noch die vorherige Mitbewohnerin hier - dreimal dürft Ihr raten wo sie ihre Ausbildung gemacht hat - Eberswalde - diese Stadt verfolgt mich wohl bis an den Rest meiner Tage !!! Nachdem ich heut nochmal frei bekommen hab, weil mein Chef und auch mein Praktikumsbetreuer nicht da waren, konnte ich nochmal durch die Stadt schlendern und mich relativ erfolglos um Internet bei uns im Haus kümmern - naja mal schaun, wenns klappen würde wäre das eine Flatrate für 5 Euro im Monat !!!
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